Zusammenhang zwischen Parodontitis und Frühgeburten?

Eine Parodontitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die unbehandelt weitreichende Folgen haben kann. Einige Studien sehen einen Zusammenhang zwischen Frühgeburten und einer Parodontitis, die bei Schwangeren festgestellt wurde. Was Schwangere beachten sollten.

Verschiedene Studien (Jeffcoat 2001, Medianos 2002) zeigen einen Zusammenhang zwischen einer Parodontitis (Zahnbetterkrankung) und Frühgeburten bzw. Neugeborenen mit geringem Geburtsgewicht auf. Andere Studien (Michalowicz et al. 2006) hingegen sehen diesen Zusammenhang nicht. Doch ganz gleich, ob in diesem Punkt Klarheit herrscht, Schwangere oder Frauen mit Kinderwunsch sollten frühzeitig den Zustand ihrer Mundgesundheit überprüfen lassen.

Pro Kind ein Zahn

In früheren Tagen hieß es noch, ein Kind kostet Frauen ein Zahn. Dabei ist keineswegs gemeint, dass eine Schwangerschaft zur Lockerung von Zähnen führt und diese deshalb ausfallen. Sondern es gibt eine Reihe von Gründen, welche die Zahngesundheit während der Schwangerschaft in Mitleidenschaft ziehen. Denn eine Schwangerschaft ist für den weiblichen Körper eine enorme Belastung. Der Hormonhaushalt verändert sich stark.

Parodontitis wie auch Karies sind bakterielle Infektionskrankheiten. Der besondere hormonelle Zustand einer Frau während der Schwangerschaft kann den Verlauf dieser Infektionskrankheiten begünstigen. Und es gibt weitere Gründe für dieses „alte“ Sprichwort. Denn viele Frauen verspüren während der Schwangerschaft besonderen Heißhunger auf Süßes oder Saures. Beides eher nachteilig für die Zahngesundheit.

Hinzukommt das häufige Schwangerschaftserbrechen. Die darin enthaltene Magensäure setzt den Zähnen besonders zu. Umso wichtiger ist es, dass Schwangere auf ihre Zahnhygiene verstärkt achten. Denn die Zähne sind anderen Angriffen als außerhalb einer Schwangerschaft ausgesetzt. Auch der regelmäßige Zahnarztbesuch sollte während der Schwangerschaft keinesfalls unterbleiben. Nur so können etwaige Gefahren für die Mundgesundheit früh- und rechtzeitig erkannt werden.

Behandlung auch während der Schwangerschaft

Was für jede Erkrankung gilt, gilt auch für Parodontitis. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Behandlungsergebnisse und desto weniger aufwändig die zu ergreifenden Maßnahmen. „Eine schonende Behandlung von Parodontitis während der Schwangerschaft ist möglich und sollte in dieser Zeit durchaus erfolgen“, empfiehlt Wolfgang Weidinger, Zahnarzt mit einer Praxis in der Bismarckstraße, in Berlin-Charlottenburg. Idealerweise findet eine solche Behandlung dann im zweiten Trimester, also mit Beginn des vierten Schwangerschaftsmonats statt.

Schwangere haben in Erwartung eines Babys sicherlich vorrangig andere Gedanken als die eigene Zahngesundheit. Doch während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt ist die Zahngesundheit besonders wichtig. Denn eine Übertragung von Kariesbakterien seitens der Mutter aufs Kind ist häufig. Dies geschieht beispielsweise beim täglichen Löffel ablecken. Nur wenn die Mutter kariesfrei ist, ist dies unbedenklich. Sonst nicht.

Das Achten auf die Ernährung und das Vermeiden von Zucker ist nicht nur wegen der Kariogenität, also der Karies erzeugenden Eigenschaft von bestimmten Lebensmitteln, besonders ratsam, sondern auch aus anderen Gründen. Denn eine gesunde Ernährung verhindert eine übermäßige Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft. Eine zu hohe Gewichtszunahme wird nämlich für das Kind als nachteilig eingestuft. Es steigt damit die Gefahr, dass die Kinder mit einem Gewicht von über vier Kilogramm zur Welt kommen und später ein höheres Risiko für Übergewichtigkeit und Diabetes haben.