Parodontitis am künstlichen Zahn – die Periimplantitis

Bei Implantaten handelt es sich um künstliche Zahnwurzeln mit einer entsprechenden Krone. Doch auch diese „künstlichen“ brauchen Pflege wie die natürlichen Zähne, weil es sonst zu Entzündungen kommen kann.

Die Periimplantitis tritt bei Zahnimplantaten auf und ähnelt in ihren Symptomen und Beschwerden denen der Parodontitis. Daher auch die Namensähnlichkeit. Zu den Anzeichen und Beschwerden gehören Schmerzen beim Zähneputzen am betroffenen Implantat, Zahnfleischbluten und -rückgang, sowie die Rückbildung des Kieferknochens. Unbehandelt kann es zur Lockerung und schlimmstenfalls sogar zum Verlust des Implantates kommen, weil es an Halt im Kieferknochen verliert.

Auch die Krankheitsentstehung ist ähnlich der der Parodontitis. So lagern sich an der künstlichen Zahnwurzel (dem Implantat) und dem implantatgetragenen Zahnersatz (der künstlichen Zahnkrone) Beläge ab. Findet keine entsprechende Entfernung dieser Beläge statt, bildet sich eine Entzündung der Schleimhaut über dem Implantat. Werden die verursachenden Beläge beseitigt, klingt eine solche periimplantäre Mukositis, also die beschriebene Entzündung der Schleimhaut, wieder ab. Anders verhält es sich jedoch, wenn es nicht zur Beseitigung kommt. In solchen Fällen greift die Entzündung den Kieferknochen ab, in welchem das Implantat verankert ist. In der Folge kommt es zum Knochenabbau rund um das Implantat.

Für Implantatträger gilt es daher, erste Anzeichen wie Rötung oder Schwellung des Zahnfleisches, Zahnfleischbluten und Schmerzen beim Zähneputzen ernst zu nehmen. Denn hat das Implantat seinen festen Halt im Kieferknochen verloren, sind notwendige Folgebehandlungen sehr aufwändig. Denn dann gilt es mittels Knochenaufbau eine Regeneration der Knochensubstanz herzustellen, damit ein neues Implantat wieder Halt finden kann.

„Nicht nur für Implantatträger ist die richtige Zahnpflege von großer Bedeutung“, sagt Wolfgang Weidinger, Zahnarzt aus Berlin-Charlottenburg. „Insbesondere die Zahnzwischenräume sind dabei sensibles Terrain.“ Denn in diese Bereiche gelangt die Zahnbürste nicht. Umso wichtiger ist die Verwendung von Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen und anderen Hilfsmitteln. Auch die Hinzunahme von Mundspüllösungen kann ja nach Zustand der Mundgesundheit ratsam ein. Besonders empfehlenswert ist auch die regelmäßige Durchführung einer professionellen Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis. Nur dabei werden alle weichen und harten Beläge gründlich entfernt und die Ansiedlung von Zahnbelägen verhindert.